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Die Geschichte des Hard’N’Heavy



I. Die Frühzeit - Hard Rock und Prog. Rock
Hard’N’Heavy - ein Musikstil, eine Lebenseinstellung - die Verkörperung des Rock’N’Roll schlechthin! Doch wann begann diese musikalische Revolution? Das lässt sich wohl nicht genau sagen, doch die Wurzeln liegen unweigerlich im Rock der 60er Jahre. Als erste Hard Rock Titel lassen sich wohl „You really got me“ von The Kinks und „My Generation“ von The Who bezeichnen. Das war ca. 1964/65. Der erste reine harte Rock-Künstler war wohl Alice Cooper, der seine Band The Spiders 1965 gründete. Doch dies waren nur kleine Vorboten des Hard Rock. Alice Cooper sollte erst 1971 auf der großen Bühne mit dem Klassiker „Love it to Death“ erscheinen, und von Hard’N’Heavy kann man wohl erst ab 1967 so richtig sprechen. Die ganze Welt blickte damals noch auf den „Summer of Love“, während ein paar junge Bands, neue, härtere Wege einschlugen. Die Niederländer Golden Earring (1965 gegründet), die Briten Cream, das US-Trio The Jimi Hendrix Experience, Iron Butterfly, Steppenwolf, Grand Funk Railroad, Uriah Heep, MC5, Led Zeppelin, Black Sabbath und Deep Purple erreichten für damalige Verhältnisse ungewöhnliche Härte- und Geschwindigkeitsgrade. Das Wort „Heavy Metal“ fand damals seine Schöpfung im Biker-Klassiker „Born to be wild“ von Steppenwolf (1968).

Die ersten beiden wirklich erfolgreichen Hard Rock Bands waren Cream und The Jimi Hendrix Experience. Die erste war eine Rock-Band rund um den legendären Eric Clapton und lieferte in 2 Jahren 4 Klassiker-Alben ab, mit Hits wie „White Room“ und „Sunshine of your Love“. Die zweite war ebenfalls um einen wohl noch bedeutenderen Gitarristen aufgebaut, Jimi Hendrix, und brachte zwischen 1967 und 1970 Klassiker wie „Are you experienced?“ und „Electric Ladyland“ raus. Jimi Hendrix war der wohl größte Gitarrist aller Zeiten und prägte sämtliche nachfolgende Metal-Bands wie kein zweiter Gitarrist mit seinen irrsinnigen Soli.

Zu dieser Zeit kamen einige neue Bands in den Heavy-Metal-Olymp, unter anderem die legendären UFO, sowie Status Quo, die ihre Musik der neuen, härteren Gangart anpassten. Das Götter-Regenten-Trio dieser Zeit waren allerdings unweigerlich Deep Purple, Led Zeppelin und Black Sabbath. In dieser Zeit bekam der Heavy Metal sowohl die schweißtreibenden Bühnenshows, v.a. von Alice Cooper und Led Zeppelin, und ein okkultes Immage, für das ebenfalls Led Zeppelin und Black Sabbath sorgten.

Doch noch mal zu den Olympiern:
Led Zeppelin waren wohl die wichtigste Hard Rock Band aller Zeiten. Ihre Musik prägte Millionen von späteren Metal-Heads. Die Band war aufgebaut rund um den legendären Gittaristen Jimmy Page(ehemaliger Gitarist von The Yard Birds, bei denen auch Jeff Beck und Eric Clapton spielten) und um Sänger Robert Plant. Dieses Duo schrieb auch den legendären Song „Stairway to Heaven“, einer der größten Rock-Hits aller Zeiten. Jimmy Page hatte immer schon einen schweren Hang zum okkulten: Er betreibt heute noch den größten Laden für Okkultismus in Europa, und hat, wie viele sagen, seine Seele an Satan verkauft. Auch Hits wie „Kashmir“ und „Black Dog“ sind zu erwähnen. Die Experimentierfreudigkeit von Led Zeppelin war ein maßgeblicher Einfluss auf den Prog. Rock. Auch die Led Zeppelin Live-Shows sollte man nicht vergessen, nach dem Motto „Rock ‚til you drop“ wurde über 2 Stunden gerockt.

Deep Purple brachten dagegen eher progressive Elemente in den Metal hinein, und fanden erst mit dem Album „Deep Purple in Rock“ (1970) wirklich zum Hard’N’Heavy. Dazu schrieben sie die Hard-Rock-Hymne „Smoke on the Water“ sowie den Mega-Hit „Perfect Strangers“. Zu erwähnen sind hier auch die prägendsten der vielen Deep Purple Musiker, Gittarist Ritchie Blackmoore, Keyboarder Jon Lord und Sänger Ian Gillan. Auch Deep Purple probierten viel aus; v.a. Jon Lord hatte ein Hang zu klassischer Musik.

Die dritte große Band war Black Sabbath, wohl die Wurzeln der Musik, die wir heute als Heavy Metal betrachten. Sie fielen vor allem durch okkulte Texte auf, und erreichten kommerziell nicht ganz den Level von Led Zeppelin und Deep Purple, waren aber mit Hits wie „Paranoid“ und „Black Sabbath“ ebenso prägend für den Metal. Bedeutsam ist auch die spätere Solo-Karriere des schwer Drogen-abhängigen Sängers Ozzy Osbourne, der in den 80ern noch große Erfolge feiern sollte. Auch hier wollen wir das klassische Line-Up nicht verschweigen: Bill Ward(Drums), Geezer Butler (Bass), Ozzy Osbourne (Gesang) und Tony Iommi (Gitarre) sollten jedem traditionsbewusstem Metler ein Begriff sein.

Getrübt wurde diese Frühzeit des Heavy Metal v.a. durch den Tod von Gittarist Jimi Hendrix (1970). Es war wohl der größte musikalische Verlust für den Metal, und ein alleiniger Thronfolger als weltbester Gittarist wurde nie gefunden, auch wenn v.a. Ritchie Blackmoore (Deep Purple, Rainbow) und Jimmy Plant (Led Zeppelin) sowie Eric Clapton in den 80ern als Anwärter zu nennen sind. Dazu starben mit Janis Joplin (1970) und Jim Morrisson (1971/The Doors) Anfang der 70er zwei der einflussreichsten Musiker für die Entstehung des Heavy Metal - alle 3 durch Folge ihrer Drogen-Abhängigkeit.

Prägend für die restlichen Siebziger sollten auch die Live-Shows von Alice Cooper werden, die alle bombastischen, späteren Phasen maßgeblich beeinflusste.

In der zweiten Hälfte der Siebziger bestiegen v.a. 6 neue, große Bands den Metal-Olymp: Blüe Öyster Cult, Thin Lizzy, Judas Priest, Queen, Aerosmith und Kiss.

Blue Öyster Cult brachten in den 70ern prägende Düster-Alben auf den Markt, verschwanden allerdings nach eher unbedeutenden Alben in den 80ern in der Versenkung. Ihr größter Hit sollte das Lied „Don’t Fear the Reaper“ werden, in welchem sie zum Suizid ermutigten.

Thin Lizzy, rund um Gittarist Gary Moore brachten einen bluesigen Sound in den Hard Rock, lösten sich allerdings Anfang der 80er auf. Unvergessen wird der Schuss Folk sein, den sie in den Metal brachten. Gary Moore sollte später noch eine bedeutende Karriere sowohl als Rock- als auch als Blues-Gitarrist starten.

Judas Priest prägten den modernen Heavy Metal maßgeblich, auch durch die Einführung des zweifach besetzten Gitarristen-Posten - ihr Sänger Rob Halford wurde zum Vorbild fast aller späterer Metal-Sänger. Auch Heute noch nennt man ihn oft den „Metal-God“. Ihr Hit „Breaking the Law“ vom Album „British Steel“ ist unvergessen.

Queen brachten viele progressive und bombastische Elemente in den Metal und brachten zudem viele Metal-Hits wie z.B. „We will rock you“ und „We are the Champions“ auf den Markt. Ihr Sänger Freddie Mercury war der wohl bedeutenste Rock-Sänger aller Zeiten.

Aerosmith, eine der erfolgreichsten Bands aller Zeiten, brachten Blues, Sex und Drogen zurück in den Rock. Zu ihren wichtigsten Alben zählt unter anderem „Toys in the Attic“, erwähnen sind auch ihre riesigen kommerziellen Erfolge.

Kiss übernahmen die kolossalen Bühnenshows von Alice Cooper, verkauften allerdings noch mehr Scheiben als dieser. „I was made for lovin’ you“ gehört zum Repertoire jeder Kiss-Show und natürlich in die Sammlung jedes Rockers.

Als wichtiger Nebenstil des Hard’N’Heavy entpuppte sich zudem der Prog. Rock, eine künstlerische, etwas ruhigere Form des Hard Rock. Die größten Vertreter waren sicherlich Pink Floyd und Genesis, die allerdings nur als Einfluss für den Hard’N’Heavy zu nennen sind. Trotzdem stammen von ihnen viele Kultalben wie z.b. „Dark Side of the Moon“ von Pink Floyd, dass sich über 800 Wochen in den US-Alben-Charts hielt, sowie das größte Konzeptalbum aller Zeiten, „The Wall“, aus dem der Mega-Hit „Another Brick in the Wall Pt. 2“ stammte. Genesis brachten viele Prog.-Meilensteine wie „Selling England by the Pound“, „The Lamb lies down at Broadway“ und „Foxtrot“ unters Volk, verloren aber nach den Ausstiegen von Sänger Peter Gabriel und Gittarist Steve Hacket Ende der 70er an Qualität und wurden für den Hard Rock bedeutungslos. Ihr Schlagzeuger Phil Collins gilt weiterhin als großer Einfluss heutiger Rock-Schlagzeuger. Als weitere große Prog. Rock Band sollte man Emerson, Lake and Palmer, kurz ELP nennen; sie waren eine der ersten Rock-Allstar-Bands.

Für den Hard’N’Heavy bedeutend wurden v.a. Jethro Tull, Yes und King Crimson, die alle ab ca. 1969/70 große Prog. Rock-Alben mit Hard Rock Einflüssen auf die Menge an Rockern losließen. Erwähnenswert sind hier v.a. der Megahit „Locomotive Breath“ von Jethro Tull und das Doppel-Album „Tales from the Topographic Ocean“ von Yes.

Die erste echte progressive Hard Rock Band waren allerdings zweifelsohne Rush. Das kanadische Triumvirat Geddy Lee, Alex Lifeson und Neal Peart (der wohl größte Schlagzeuger aller Zeiten) brachte bisher 13 Studioalben und viele Live-CDs auf den Markt, die den Metal in immer neue künstlerische Sphären brachten. Erwähnenswert sind v.a. ihre Alben „2112“, „Moving Pictures“ und „Grace under Pressure“.

Ende der 80er wurde mit Asia die zweite große Allstar-Rock-Band gegründet, die eine melodischere Form des Prog. Rocks einführte und den Grundstein für den AOR der 80er legte.

Zu dieser Zeit war der echte Hard Rock allerdings auf dem kreativen Rückzug. Die Szene-Größen Black Sabbath, Aerosmith und Thin Lizzy litten an den eigenen Drogen-Problemen, Deep Purple wurden aufgrund ihrer häufigen Line-Up-Wechsel unbeständig, Kiss wurden immer kommerzieller und Led Zeppelin lösten sich mit dem Tod von Schlagzeuger John Bonham 1980 auf. Blue Öyster Cult verschwanden in der Versenkung. Nur Queen und Judas Priest hielten sich von den großen Bands relativ stabil. Mit Rainbow, der neuen Band von Ritchie Blackmoore löste sich Ende der 80er eine der letzten erfolgreichen Mega-Bands auf. Ihr Sänger Ronnie James Dio sollte einer der großen Solo-Rocker werden.
Es war also Zeit für einen Neubeginn, den v.a. Judas Priest, Queen und die an Bedeutung gewinnenden Rush mittrugen. Auch Ted Nugent konnte immer mehr Einfluss im Hard Rock gewinnen, aber neuer Anführer der Szene wurden AC/DC, eine australisch-schottische Rocker-Kombination rund um Sänger Bon Scott und Gittarist Angus Young. Mit simplen Gittaren-Akkord-Folgen und kreischendem Gesang sowie Mega-Hits wie „It’s a long Way to the Top“, „TNT“ und v.a. dem Hard-Rock-Hit schlechthin, „Highway to Hell“ wurden sie die neuen Könige der Metal-Szene. Als Höhepunkt der Band-Karriere sieht man für gewöhnlich die Scheibe „Back in Black“ (1980), die den Abstieg der Band einläutete, aber auch die Hochphase der Hard’N’Heavy verkündete.


II. Der Punk
Bevor ich auf die Hochphase des Metals, die 80er eingehe, hier noch ein kurzer Blick auf die Schwester-Musik des Metals, den Punk. Ebenso wie der Metal entstand der Punk aus dem Hard Rock der 70er. Zu dieser Zeit war diese Musik absolut notwendig, da sie die harte Rock-Szene vor dem Aussterben rettete, denn, wie oben beschrieben, gingen die meisten großen Hard Rock Bands vor die Hunde. Der Punk ist in erster Linie eine Kritik an der Gesellschaft der 70er Jahre, v.a. der englischen Monarchie, die von den jungen Rockern nicht verstanden wurde. Weitere Ziele der Kritik waren die Demokratie an sich, der Kommerz und der Kapitalismus sowie jede Form von Gesellschaftlicher Norm. Die frühen Punk-Bands zumindest waren kaum imstande ihre Instrumente zu spielen, dafür aber hatten sie um so mehr Wut im Bauch, um ihre Botschaft unters Volk zu schreien. Die größten Einflüsse für den Punk waren MC5, Iggy and the Stooges sowie die New York Dolls. Der Punk sollte eine Erscheinung der späten 70er bleiben und konnte erst in den 90ern sein Underground-Image wieder abschütteln. Ende der 70er dagegen florierte diese Szene. Angeführt wurde der Punk von Iggy Pop, The Ramones, The Sex Pistols, The Clash, The Misfits, The Exploited sowie einigen anderen, teilweise recht obskuren Bands. Die größten Vertreter des Punks jedenfalls waren Iggy Pop, die berühmt waren für ihre Live-Shows, sowie The Sex Pistols und The Ramones.

The Ramones waren die größte US-Punk-Band, sie stammten aus New York und brachten eine Fülle an erstklassigen Rock-Alben auf den Markt. Mittlerweile sind 3 der 4 Ramones allerdings in Folge ihres schweren Drogen-Konsums verstorben.

Die größte Punk-Band aller Zeiten waren The Sex Pistols, angeführt von Malcolm McClaren. Sie schrieben einige Mega-Hits wie z.b. „God save the Queen“. Sie spielten für einige wenige Jahre im Metal-Olymp, verloren aber, wie die gesamte Punk-Szene ihren Einfluss mit dem Tod ihres Bassisten Sid Vicious, der zuerst seine Freundin und dann sich selbst auf einer US-Tour Ende der 70er tötete.

Trotz dem Niedergang des Punks Ende der 70er bin ich hier noch nicht fertig mit dem Punk - den eine Band muss ich noch nennen: Motörhead. Sie bewegen sich seit ihrem Debüt 1976 immer irgendwo zwischen Punk und Hard Rock und brachten eine Power in die Metal-Szene wie man sie sich damals kaum vorstellen konnte. Auf ihrem Einfluss sollte später die Trash und Speed Metal Szene aufbauen. Sie brachten einige der bedeutendsten Metal-Alben aller Zeiten auf den Markt, u.a. „Ace of Spades“, „No Sleep 'til Hammersmith“, „1916“, „Overkill“ und „Bomber“. Ihre Fusion zwischen Hard Rock und Punk kann man wohl als Grundlage für den Hardcore sehen.


III. New Wave of British Heavy Metal
Als Gegenbewegung zum Punk entwickelte sich Ende der 70er in England ein Musikstil, der 1980 die Rock-Welt verändern sollte: Die New Wave of British Heavy Metal(NWoBHM) - der Musikstil, den wir heute als den klassischen Heavy Metal sehen. Zu den großen Anführern gehörten wieder einmal Judas Priest, die damals in härtere Regionen vorstießen mit ihrem Album „British Steel“. Weitere Anführer dieses Stiles waren Iron Maiden, Diamond Head, Saxon, Tygers of Pan Tang, Satan, Demon, Samson, Def Leppard, Venom und Raven. Typisch für die NWoBHM war die Härte des Hard Rock, verbunden mit der „Do it yourself“ - Attitüde des Punks.

Saxon brachen mit Alben wie „Strong Arm of the Law“, “Wheels of Steel” und „Denim and Leather“ in die Metal-Szene ein und kämpften sich auf Platz 2 der Rangliste der NWoBHM.

Der erste Platz gehörte allerdings ganz klar Iron Maiden, der wichtigsten Metal-Band seit der Auflösung von Led Zeppelin. Ihr Debüt „Iron Maiden“ sprang 1980 auf Rang 4 der UK-Alben-Charts und wurde 1981 mit „Killers“ noch übertroffen. Nach diesem Album musste der Abgang von Paul Di’Anno verkraftet werden, der allerdings mit Bruce Dickinson (Ex-Samson) den wohl größten Metal-Sänger aller Zeiten nach sich führte. 1982 kam dann das erste Album mit Dickinson, „The Number of the Beast“ wurde ein Riesenerfolg und stellte mit dem Titeltrack sowie „Run to the Hills“ 2 absolute Mega-Hits. Auch weitere Maiden-Alben wie „Powerslave“, „Piece of Mind“ und Fear of the Dark“ wurden Klassiker.

Venom erfanden den extremen Metal zu eben dieser Zeit und brachten mit „Black Metal“ den Klassiker des harten Metals schlechthin raus.

Zu eben dieser Zeit kam auch in Deutschland eine erste große Metal-Welle, angeführt von den Scorpions und Accept, an. Erste wurden bereits 1965 gegründet, kamen allerdings in den 80ern zu Weltruhm mit Alben wie „Lovedrive“ und dem Mega-Hit „Wind of Change“. Accept dagegen spielten für damalige Verhältnisse harten Metal und brachten den deutschen Metal-Klassiker schlechthin mit „Restless and Wild“ auf den Markt.

Mit der NWoBHM kam in Großbritannien auch eine zweite große Prog. Rock Welle, angeführt von IQ und v.a. Marillion, die mit „script for a Jester’s Tear“ das wohl größte Neo-Prog. Album veröffentlichten.

In den USA entstand damals die Glam/Pop Metal Szene, die v.a. von van Halen angeführt wurden. Diese Band rund um Wundergittarist Eddie van Halen und Sänger David Lee Roth brachte seit 1978 einen Hit nach dem anderen raus und war Grundstein des 80er-US-Metals. Auch Journey und Foreigner waren mit dieser Musik bereits zu Mega-Sellern geworden, aber der große Erfolg kam erst in den 80ern mit den Bands Ratt und Mötley Crüe, beide aus Los Angeles. 1983 kam „Shout at the Devil“ von Mötley Crüe auf den Markt, das Pop-Metal-Album schlechthin. Auf dieser Siegeswelle ritten auch Riot und v.a. Twisted Sister mit. Twisted Sister brachten mit „We’re not gonna take it“ einen der Rock-Mega-Hits der 80er auf den Markt, litten aber auch unter den poppigen Produktionen der Zeit.

Die größte Pop-Metal-Band allerdings kam aus England, Def Leppard. Sie war die wohl bestverkaufte Hard-Rock-Band aller Zeiten und brachte mit „Pyromania“ und Hysteria“ Höhepunkte der gesamten Rock-Geschichte auf den Markt.

Die zweitgrößte Pop-Metal-Band dagegen war Bon Jovi, eine amerikanische Rock-Band rund um Sänger/Schauspieler Jon Bon Jovi. Ihre großen Alben waren „Slippery when Wet“ sowie „New Jersey“, und Hits wie „It’s my Life“ sind typisch für die Pop-Metal-Szene: Eine perfekte Symbiose aus Härte und MTV-tauglichen Melodien.

Aufgrund des großen Erfolges von Bands wie Mötley Crüe, Def Leppard und Bon Jovi explodierte die Pop-Metal-Szene förmlich: Die LA Guns waren eine von vielen neuen Pop-Metal-Bands, erreichten aber nie die ganz großen finanziellen Sphären. Whitesnake, eine Band mit Ex-Deep-Purple Musikern, erkämpte sich ebenso einen Platz am Metal-Olymp wie die christlichen Metler Stryper, die man wohl als Erfinder des White Metal betrachten darf.

Zu dieser Zeit kamen die absoluten Könige des Pop-Metals auf den Markt: Guns’N’Roses. Ihr Mix aus Glam, Härte, Pop, Sex und Drogen war einzigartig und machte sie zur letzten großen Pop-Metal-Band. Ihr Album „Appetite for Destruction“ geniest zurecht absoluten Kult-Charakter und brachte Mega-Hits wie Sweet Child of mine“, „Welcome to the Jungle“ und „Paradise City“ in die Gehörgänge vieler Metler.

Von hier an sprangen noch einige Bands auf den Erfolgs-Zug des Pop-Metals auf, von denen ich hier White Lion, Poison, Warrant, Winger und Cinderella nenne möchte. Größere Bedeutung kam noch Dokken zu, einer Band rund um Sänger Don Dokken und Gittarist George Lynch, die mit „Tooth and Nail“ einen Genre-Klassiker einspielte, zu. Zum Ende der Pop-Metal-Szene kamen dann auch noch Skid Row, eine Band rund um Sänger Sebastian Bach, auf den Markt, die eine sehr poppige Version des Metals an die Spitze der Charts brachte.

Zu nennen ist hier auch der Musikstil des AOR(Adult oriented Rock), auch Melodic Rock genannt. Dieser Stil war eine poppigere Version des Hard Rock, mit Einflüssen aus Pop-Metal und Prog. Rock, der in den 80ern mit Toto eine der größten Rock-Bands aller Zeiten nach oben spülen sollte. Toto brachten im Laufe der 80er viele Klassiker raus, ihre größten Hits wurden „Rosanna“ und „Africa“. Gittarist Steve Lukather hat heute noch einen großen Einfluss auf die klassische Rock-Szene.

Weiterhin gehörte natürlich Asia zu den großen AOR-Bands, die Verkaufszahlen waren gerade für eine britische Band wieder sehr hoch.

Als erste große schwedische Rock-Band schlossen sich Europe dieser Szene an und brachten mit „The final Countdown“ die Rock-Hymne schlechthin in die Plattenspieler und Radiostationen der 80er. Diese Band allerdings fiel aufgrund bandinterner Streitigkeiten anfang der 90er auseinander.

Der letzte große AOR-Held sollte Bryan Adams werden, der mit dieser Musik auch heute noch einer der Stars der weltweiten Musik-Szene ist und neben Rush und Nickelback zu den ganz großen kanadischen Rockern zählt. Zu seinen Welthits zählt „Summer of 69“.

Weitere große AOR-Bands sind zum Beispiel House of Lords und die Christen von Petra.

Mit dem AOR und dem Pop-Metal kamen auch endlich die Frauen in den Metal; die wichtigste von Frauen gefrontete Metal-Band sollte Girlschool werden, aber auch Vixen hatten einigen Erfolg.

Die große Frau im frühen Metal allerdings war Doro Pesch, Sängerin der deutschen Band Warlock, die mit Hits wie „All we are“ Metal-Geschichte schrieb.

Auch der klassische Hard Rock erlebte eine Rennaisance in den 80ern, angeführt durch Black Sabbath, damals mit Ex-Rainbow-Sänger Ronnie James Dio als Frontmann. Große Sabbath-Alben dieser Zeit waren „Mob Rules“ und „Heaven and Hell“. Auch Dios Solo-Werke wie z.B. „Holy Diver“ wurden Metal-Klassiker. Auch Ex-Sabbath-Sänger Ozzy Osbourne brachte mit Alben wie „Diary of a Madman“ neue Meilensteine der Metal-Geschichte raus.

Dazu kamen viele neue Metal-Bands in den USA zur Szene hinzu, allen voran Manowar, die selbst ernannten „Kings of Metal“, die mit „British Steel“ zeigten, warum der Metal vor Klischees nur so trieft.

Außerdem gab es bereits damals viele 70er-Reunions, die allerdings kaum nennenswert sind.


V. Trash/Speed/Power Metal
Doch zurück zum Metal. Zu dieser Zeit, als der Pop-Metal seine absolute Hochphase hatte, gerieten Fans härterer Bands wie Venom und Motörhead in Panik. Der Metal wurde immer ruhiger, kommerzieller, bewegte sich immer weiter weg von den rockigen Wurzeln. Sie wurden erlöst, als drei neue Metal-Stile ihren Weg in die Metal-Szene erkämpften: Speed, Power und Trash Metal. Die meisten Bands dieser Szene kamen aus der Bay-Area bei San Francisco/Kalifornien.

Absolute Anführer dieser neuen Szene sollten Metallica werden, die wohl größte Metal-Band aller Zeiten (mittlerweile geht der Posten wieder an ihre Vorgänger, Iron Maiden). Metallica zeichneten sich durch hartes Riffing, Doublebass-Drumming und harte Shouts aus. MTV und der Großteil der US-Radio-Stationen ignorierten diesen neuen Musikstil völlig. Die Höhepunkte der Metallica-Karriere waren das geniale, speedige Debüt „Kill’em all“ sowie die beiden Nachfolger „Ride the Lightning“ und „Master of Puppets“, der größte kommerzielle Erfolg allerdings wurde das selbstbetitelte, meist „Black“ genannte Album mit dem Megahits „The unforgiven“, „Enter Sandman“ und „Nothing else matters“.

Neben Metallica, zählen auch 3 weitere Bands zu den Anführern der Trash/Speed Metal Bewegung: Megadeth, Slayer und Anthrax. Diese Bands bilden zusammen mit Metallica die G4 des Trash Metal.

Zu den großen Anführern dieser Band zählen auch die Trasher Testament und Exodus; erstere gehörten anfangs sogar zur G4 des Trash (Slayer verdrängte sie), die zweiten brachten den Mega-Klassiker „Bonded by Blood“ raus.

Zu den weiteren G4 Bands: Zuerst sind Megadeth zu nennen, ebenfalls eine Trash Band mit großem kommerziellem Erfolg. Kopf dieser Band ist Ex-Metallica-Gittarist Dave Mustaine, der mit dieser Band einen anspruchsvollen Mix aus progressivem Trash Metal und Speed Metal spielte und große Alben wie „Countdown to Extinction“, „Peace sells...but who’s buying“ und „So far, so good...so what“ auf den Markt brachte.

Anthrax dagegen kamen als eine der ganz wenigen Bands dieser Szene von der US-Ostküste, nicht aus der Bay-Area. Sie waren eine sehr experimentelle Metal-Band, die schon in den 80ern Metal mit Punk und Rap anreicherte.

Als letzte G4 Band ist Slayer zu erwähnen, die sehr harten Metal spielten und einen großen Einfluss auf den späteren Death Metal sowie den Metalcore ausüben sollten. Ihr Album „Reign in Blood“ ist eines der größten Metal-Alben aller Zeiten. Sie brachten auch wieder ein okkultes Image in den Metal.

Die Trash und Speed Metal Szene hatte einen großen Hang zum Underground, der so große Bands wie z.b. Suicidal Tendencies hochspülte; diese waren für ihre Experimentierfreudigkeit bekannt und mixten Metal mit Punk, Rap und Alternative. Weitere große Trash Bands waren Overkill von der US-Ostküste und die kanadischen Speed-Metler Exciter.

Die größte Trash-Szene außerhalb der Bay-Area sollte allerdings Deutschland werden. Kreator sind seit dem Album „Violent Revolution“ eine der führenden Trash-Bands weltweit. Auch Destruction, Tankard und Sodom sind große Anführer des Teutonen-Trash.

Der große Durchbruch für den Trash Metal kam mit dem Metallica-Meisterwerk „Master of Puppets“ 1986. Zu dieser Zeit bekamen auch endlich Slayer, Megadeth und Anthrax ihren verdienten kommerziellen Erfolg, z.T. auch Suicidal Tendencies und Testament. Wie bei vielen anderen Metal-Stilen auch gibt es aber auch viele Trash-Bands die nie den verdienten Erfolg einfahren konnten. Hier zu nennen sind Flotsam & Jetsam, aber auch die progressiven Coroner und auch die Kanadier Voivod sowie die Amerikaner Sacred Reich und die Speed Metler von Anvil.

Neben der Trash/Speed Szene kam damals auch die Power Metal Szene ins Rampenlicht. Diese Musik war eine Art Mischung aus dem harten Trash Metal und dem klassischen Metal. Mercyful Fate waren eine Art Vorreiter für diesen Stil, und v.a. die „Kings of Metal“, Manowar, konnten ihren Aufstieg mit diesem Stil in kommerzielle Sphären steigern, ohne dass sie jemals echten Power Metal gespielt hätten.

Power Metal wird in 2 Stilrichtungen geteilt: Europäischen und Amerikanischen Power Metal. Beide sind eher episch orientierter Metal.

Die größten Vertreter des US-Power Metals sind Savatage, Jag Panzer und Metal Church, erwähnenswert sind hier z.B. auch noch Crimson Glory, Sanctuary und Armored Saint.

Das selbstbetitelte Metal Church Debüt ist das wohl größte Power Metal Album aller Zeiten. Diese Band gehört heute noch zu den Vorreitern dieser Szene.

Die innovativste Power Metal Band aller Zeiten aber waren wohl Savatage, die mit „Hall of the Mountain King“ (1987) den Power Metal Song schlechthin ablieferten und mit Trans-Siberian Orchestra ein platinschweres Nebenprojekt auf die Beine gestellt haben.

Euro-Power Metal dagegen ist wesentlich melodischer, oft auch schneller. Typische Vertreter dieser Musik-Richtung sind die deutschen Bands Running Wild und Rage. Anführer dieses Stiles allerdings wurden Helloween, eine melodische Metal-Band aus Hamburg, die mit den beiden „Keeper of the seven Keys“ Alben Metal-Geschichte schrieben. Diese beiden Alben verkauften sich weltweit über eine Millionen mal, und brachten dem Power Metal endgültig den verdienten Erfolg. Helloween-Sänger Michael Kiske zählt selbst heute, nach seinem Ausstieg aus der Rock-Szene, als einer der besten Metal-Sänger aller Zeiten.

Aufgrund des Erfolges von Helloween kamen nun auch viele andere Power Metal Bands auf den Markt, unter denen v.a. Riot, Blind Guardian und Iced Earth zu nennen sind.


VI. Death/Black Metal
Aus dem Trash Metal heraus entwickelte sich zu dieser Zeit der wohl extremste aller Metal-Stile: Der Death Metal. Den Anfang dieser Szene machten Possessed mit dem Meilenstein „Seven Churches“. Der Death Metal fiel durch extrem tief gestimmte Gitarren auf; diese wurden oft sehr schnell und extrem hart gespielt. Der Gesang schwankt im Death Metal zwischen hohen Screams und tiefen Growls, das Drumming wird meist per Doublebassdrumm ertrümmert und das Tempo schwankt zwischen allen extremen. Die frühe Death Metal Szene stammte fast ausschließlich aus Florida.

Der Grundstein für die Entstehung des Death Metal war das Album „Welcome to Hell“ der Briten Venom.

Namensgeber des Stiles wurde die Band Death von Gittarist Chuck Schuldiner, zu den frühen Stars der Szene zählten auch die Schweizer Celtic Frost.

Ende der 80er allerdings schwand bereits das Interesse am Death Metal, bis mit den Brasilianern Sepultura eine neue Supergruppe auftrumpfte. „Beneath the remains“ und „Arise“ wurden prägende Death Metal Scheiben.

Auch Obituary konnten mit „Slowly we rot“ einen Meilenstein veröffentlichen.

Die Death Metal Bands schossen nun einfach so aus dem Boden, Morbid Angel spielten technischen Death Metal, Cannibal Corpse knüppelten übelst drauf los, während Malevolent Creation dem frühen Death Metal Tribut zollten. V.a. der technische Death Metal wurde nun sehr anspruchsvoll, Anführer waren Bands wie Believer, Atheist und Cynic.

Wichtigste europäische Death Metal Bastion wurde Schweden. Erste große Band in Europa wurden Entombed, ihnen folgten unter anderem Dismember und Hypocrisy.

Größeren Erfolg Anfang der 90er hatten Deicide und Morbid Angel, allerdings begann die Death Metal Szene damals zu stagnieren.

In den späten 80ern entsprang aus dem Death Metal und dem Punk der extremste Unterstil des Metals, der Grindcore, eine hochtechnische, schnelle Musikrichtung, die eindeutig von Napalm Death angeführt wurde. Auch Nasum spielten eine gewisse Rolle in der Metal-Szene, und Carcass und Pitshifter, Anfangs Grindcore Bands wurden sogar relativ große Metal-Acts.

In den 90ern dann entstand, in Anlehnung an die NWoBHM die New Wave of Swedish Death Metal. Dieser melodische Death Metal wurde in Schweden erfunden und v.a. von At the Gates angeführt. Die Musik ist eine Mischung aus klassischem Metal und Death Metal, die größte Band ist mittlerweile In Flames, und auch Dark Tranquility führten diesen Stil mit an. Zu den weiteren wichtigen Melodic Death Metal Bands zählen Grotesque, Soilwork, At the Gates, Unanimated, The Crown, The Haunted und natürlich die Finnen Children of Bodom.

Einige Death Metal Bands spielten auch doomigere und progressivere Versionen des Death Metal, so z.b. Therion, Into Eternity und Tiamat.

Aus dem Death Metal entwickelte sich bereits in den 80ern der Black Metal. Black steht hier für das okkulte Image der Bands. Die erste große Black Metal Band waren die Schweden Bathory, rund um den verstorbenen Quorthon. Typisch für den Black Metal waren die hohen Kreischer, die schlechte Produktion, die normal gestimmten Gitarren, das schnelle Schlagzeugspiel und der Hang zum Okkultismus und zu heidnischen Kulten sowie zur Wikingerideologie. Rund um Bathory entstand eine erste Black Metal Welle, die v.a. in Norwegen erwuchs. Anführende Bands waren Mayhem, Immortal und Burzum.

Der „Inner Circle“ der Black Metler in Norwegen war berüchtigt für eine hohe Zahl an Morden, sowie für das Anzünden vieler Kirchengebäude Anfang der 90er Jahre. Der Einfluss des Satanismus ist hier unverkennbar. Allerdings machten diese Bands den Anfang einer absoluten undergroundigen Szene, die auch durch das extrem düstere Image inklusive Corpse-Paint geprägt wurde.

Die zweite Welle des Black Metal lebt heute noch und war um einiges erfolgreicher. Ungefähr Mitte der 90er kamen große Bands wie Satyricon, Dark Funeral, Emperor, Dimmu Borgir sowie die Briten Cradle of Filth, und mixten ihren Black Metal Sound mit Keyboards. Einfluss auf die Musik übte auch die Volksmusik Norwegens und Schwedens aus.

Die großen Black Metal Legenden Bathory und Samael dagegen spielten immer elektronischeren Black Metal.

Weitere wichtige Black Metal Bands sind z.B. Marduk, Darkthrone und Naglfar.

Zu dieser Zeit entwickelte sich aus dem Black Metal heraus auch der Viking Metal,. Oft auch Pagan Metal genannt, eine Mischung aus Volksmusik, Bombast und Black Metal. Auch diesen Stil erfanden Bathory mit dem Klassiker „Hammerheart“, allerdings scheint er erst heute wirklich den Durchbruch zu schaffen, wobei auch früher schon Bands wie Cruachan Pagan Metal spielten.

Wichtige moderne Pagan Metal Bands sind z.B. Finntroll, Moonsorrow, Primordial, Ensiferum und Wintersun.


VII. Doom/Gothic Metal
Zu Zeiten, als Metal immer schneller und härter wurden, kamen einige Metler auf die Idee, die Sache wieder langsam zu machen, wie es Black Sabbath in den 70ern gemacht hatten. Diese Musik nun nennt sich Doom Metal, und fällt durch eine eher langsamere Spielweise auf. Witchfinder General, Saint Vitus sowie die Christen Trouble waren die großen Anführer dieses eher unbedeutenden Stiles. Die Musik war mal wieder beeinflusst vom Blues. Das wichtigste Album der Doom Metal Szene war wohl „Epicus Doomicus Metallicus“ von Candlemass. Zu den wichtigeren Bands zählt man auch Pentagram. Die beiden Bands, die den Doom in etwas höhere Szenen brachten, waren Cathedral und Paradise Lost. Cathedral spielten eine progressive Form des Doom Metals mit hohen Screams, während Paradise Lost Growls benutzten und einen Gothic Touch hatten.

Dank dem Erfolg dieser beiden Bands kam eine echte Doom-Szene ins Rampenlicht. Zu dieser Szene gehörten die Black Sabbath orientierten Count Raven ebenso wie die klassisch orientierten Solitude Aeturnus, aber auch Eyehategod, Crowbar, die gothiclastigen Crematory, und die beiden düsteren Combos My Dying Bride und Anathema.

Aus dem Doom Metal heraus entwickelte sich auch die Gothic Metal Szene, angeführt von den Holländern Theatre of Tragedy. Diese Musik ist eine Mischung aus dem langsamen Rock Black Sabbaths und der Düsternis von Pink Floyd, oft mit Growls und/oder weiblichen Vocals vermischt. Auch Tiamat spielten diese Musik.

Ebenso in die düstere Ecke des Metals muss man die Musik von Danzig zählen. Glenn Danzig, früher bei den Misfits (siehe Punk), gründete zuerst die recht harte Band Samhain, dann die Rock-Band Danzig, die einen sehr düsteren Hard Rock spielte und ein okkultes Image besaß. Der Schock Rock fand ein Underground-Revival mit Bands wie Gwar, Danzig und auch King Diamond. Alle diese Bands spielten verschiedene Rock und Metal Stile, hatten aber alle ein schockendes Image wie einst Kiss und Alice Cooper. Auch die bombastischen W.A.S.P. sind hier zu erwähnen.


VIII. Progressive Metal
Zu dieser Zeit, Ende der 80er, kamen einige Rocker auf die, zugegeben nicht ganz neue Idee, instrumentale Solo-Alben aufzunehmen. Joe Satriani war einer von ihnen, ebenso sein Schüler Steve Vai, der schon für Frank Zappa und Whitesnake spielte, und auch Yngwie Malmsteen, ehemals Gitarrist von Alcatraz. Alle waren sie großartige Gitarristen. Satriani wurde v.a. für seinen spacigen Sound bekannt, Malmsteen dagegen spielte einen klassischen Gitarrenstil, beeinflusst vom Violinisten Paganini, und wurde sowohl für sein schnelles Gefrickel als auch für sein großes Ego berühmt. Auch Steve Morse und Ritchie Kotzen lieferten ganz ordentliche Solo-Alben ab, auch sie spielen Gitarre.

Zwei Bands sind hauptsächlich dafür verantwortlich, dass es den progressiven Metal in seiner heutigen Form gibt: Queensryche und Fates Warning. Da Rush in den 80ern eher ruhigeren Prog. Rock spielten, musste ein hartes Gegengewicht her.

Queensryche spielten eine Art progressiven Power Metal, beeinflusst durch gewöhnlichen Hard Rock. Ihr Album „Operation: Mindcrime“ ist eines der wichtigsten Konzeptalben der Rockgeschichte und brachte es dank dem Megahit „Eye of a Stranger“ zu Goldstatus. Der Nachfolger „Empire“ wurde dank dem noch erfolgreicheren Hit „Silent Lucidity“ über eine Millionen mal in den USA verkauft und erreichte somit Platin-Status. Die späteren Queensryche-Outputs kann man allerdings vernachlässigen.

Fates Warning erreichten nie solche kommerziellen Zonen wie Queensryche, blieben aber dafür ihrer progressiven Linie treu und spielten mit „Awaken the Guardian“ mal eben das wichtigste Prog. Metal Album der 80er auf den Markt.

In den 80ern gehörten auch King’s X mit ihrem sehr melodischen, an die Beatles erinnernden Rock zu den Größen im Prog., ihr Album „Gretchen goes to Nebraska“ ist ein Klassiker. Galactic Cowboys brachten den selben Stil in den 90ern zu einem höheren Härtegrad.

Auch Watchtower brachten in den 80ern eher harten progressiven Metal aus Texas auf den Markt, wurden damit aber nicht sonderlich erfolgreich.

1993 kamen Rush zurück auf die Bühne des Prog. Metals ,it dem legendären Album „Counterparts“.


Part IX. Hardcore
Der Punk blieb in den 80ern Underground, dafür sonderte sich aus ihm der wesentlich härtere Hardcore ab. Dieser Stil fand seine Basis in New York und war einfach eine schnellere, härtere und aggressivere Form des Punks. Die Bad Brains waren eine der großen Bands dieser Szene; neben Punk waren sie auch von Jazz, Reggae und Metal beeinflusst. Weitere große Hardcore Bands waren Black Flag, Dead Kennedys, Cro-Mags, Agnostic Front, Sick of it all und Life of Agony.

Erste Versuche, Hardcore und Metal zu mischen, gab es schon in den 80ern. Crossover nannte sich das damals, heute heißt es Metalcore. Typische Vertreter in den 80ern waren Discharge, D.R.I. und S.O.D. (Stormtroopers of Death). Letztere brachten den absoluten Klassiker „Speak English or die“ auf den Markt.

Gegen Ende der 80er verlor diese Form des Crossover wieder an Bedeutung, aber immerhin kamen Anthrax noch aus der Metal-Szene zum Crossover-Mischmasch dazu, und Biohazard und Fugazi hielten das Stil-Gemisch über den Dekadenwechsel aufrecht.

Ende der 80er kam mit dem Industrial ein weiterer linksorientierter Rock-Stil an die Oberfläche. Skinny Puppy, Killing Joke und The Swans gehörten zu den bedeutenden Industrial-Bands, Anführer dieser Szene wurden allerdings Ministry, die mit “Psalm 69” das Industrial Album schlechthin veröffentlichten. Hier ließen sie ihrer Wut auf das damalige US-Regime freien Lauf.


X. Das Ende des Metal
Ende der 80er endete das Zeitalter des Metal. Pop Metal hätte einen neuen Star wie Guns’N’Roses oder Def Leppard gebraucht, um die Szene am Leben zu erhalten, und so starb die Kultur um Glam, Drogen und Sex Anfang der 90er mit dem Abstieg von Guns’N’Roses ab. Trash Metal verlor seine Attraktivität, da es an neuen Ideen fehlte, und da die Stars von Metallica, Slayer und Megadeth immer kommerzielleren Rock machten.

Die Pop Metal Szene erhielt keinen Retter - der Trash schon. Pantera kamen in den Olymp des Metal - mit „Cowboys from Hell“ kam eines der großen Metal-Alben im Jahre 1990 auf den Markt.

Es war auch das Jahr, in dem sich Judas Priest verabschieden sollten - mit dem letzten Mega-Album des klassischen Metal - „Painkiller“. Nach diesem Album stieg der „Metalgott“ Rob Halford aus, und Judas Priest sollten nie wieder die Kurve kriegen.

Der Todesstoß für die klassischen Metal-Stile kam aber nicht durch mangelnde Innovation - sondern durch einen neuen Stil: Alternative Metal. Als eine der frühen Bands dieses Stiles nennt man Velvet Underground, aber die großen Helden kamen Ende der 80er mit Jane’s Addiction, Faith no more und Living Colour.

Jane’s Addiction waren eine eher 70erlastige Rockband.

Living Colour mixten Rap, Funk, Jazz, Blues, Hardcore und Metal zu einem absoluten Mix.

Und Faith no More? Sie mischten einfach alle Stile der Welt und erfanden so den waren Crossover. Ihr Album „The real Thing“ war einer der letzten Schüsse auf den absterbenden klassischen Metal. Aber der Todesstoß sollte noch kommen.

Und er kam unaufhaltsam. Er wurde in Seattle abgefeuert. Soundgarden, Alice in Chains, Pearl Jam und Nirvana waren das Grunge-Quartett, die Nachfolger der G4 des Trash Metals. Sie übernahmen zu viert die Herrschaft über die US-Alben- und Single-Charts. Vor allem Nirvana übernahmen mit dem Mega-Hit „Smells like Teen Spirit“ die Herzen der Generation X und machten mit „Nevermore“ das Grunge-Album schlechthin.

Das wohl beste Grunge-Album allerdings dürfte „Ten“ von Pearl Jam sein, einer der bestverkauften Rockbands der 90er.

Die Grunge-Szene wuchs und wuchs, da MTV diesen Bands zu massivem Airplay verhalf, während sie aus unerklärlichen Gründen fast komplett darauf verzichtete, weiterhin den Pop Metal zu unterstützen. Weitere wichtige Grunge Bands waren die Stone Temple Pilots, Saigon Kick, Temple of the Dog und Candlebox.

Im April 1994 starb die Grunge-Szene mit einem einzigen Schuss - Kurt Cobain hatte sich selber ins Nirvana befördert. Die Grunge-Szene kam ohne ihren Star nicht mehr aus und zerfiel an Drogen-Problemen und mangelnder Innovation in den 90ern.

Ein klassischer Metal Stil allerdings starb in den 90ern nicht: Der Prog. Metal. 1992 kamen die grandiosen Dream Theater rund um Gitarrist John Petrucci und Drummer Mike Portnoy mit ihrem Epos „Images and Words“ auf den toten Metal-Markt und eroberten die Herzen der anspruchsvollen Metler.

Viele weitere Prog. Metal Bands kamen nun als Nachfolger und/oder Mitläufer von Dream Theater, Queensryche und Fates Warning. Ayreon, Symphony X, Spastic Ink, Treshold, Anacrusis, Pain of Salvation und Shadow Gallery sind hier zu erwähnen.


XI. Rock in den 90ern
Der Industrial kam zu großen Erfolgen in den 90ern dank zwei großen Acts: Marilyn Manson und Nine Inch Nails.

Marilyn Manson spielte eher ruhigeren Industrial, fiel aber durch ein extrem provokatives, satanisches Image auf.

Nine Inch Nails dagegen fielen eher durch depressive Texte und gute Musik auf.

Ihr Einfluss war so weitreichend, dass der Weg für Fear Factory geebnet war. Diese Band mixte Metal mit Industrial und spielte extrem harten Metal mir Industrial-Einflüssen.

Auch der Crossover überlebte die 90er, unter anderem dank Primus. Einige wenige Crossover-Bands spielten in den 90ern auch weiterhin eine Rolle. Aber eine Band wurde absoluter König des Crossovers.

Die Rede ist natürlich von den Red Hot Chili Peppers. Diese Band spielte sich mit „Under the Bridge“ in die Charts und in die Gehörgänge tausender Musikfans. Alben wie „Californication“ sind Rockgeschichte geworden.

In den 90ern entstand auch der sogenannte Stoner Rock, eine rockigere Version des Doom Metal, bei der Mann Tony Iommi aus jedem Riff hört, ebenso wie die Drogen, die von den größten Bands, Monster Magnet und Kyuss, in großen Mengen konsumiert werden.

Weitere große Rock-Bands der 90er waren die Crossover Rocker Helmet, die immer wieder neues ausprobierten, und die Smashing Pumpkins, die mit ihrem Alternative Rock eine der wichtigsten Bands der 90er Jahre sind.

Ein Stil meldete sich in den 90er zurück: Der Punk. Zwar nicht in seiner Reinform, aber immerhin in einer interessanten, popigeren Version. Die Ska-orientierten Rancid, aber auch The Offspring, Green Day, Bad Religion, Social Disortion, NoFX und Blink 18 brachten das Feeling des Punks in die 90er. Die Musik war zwar nicht sonderlich innovativ, aber sie wurde viel von MTV in die Ohren der oft sehr jungen Hörer gedrückt und prägten eine ganze Generation, wobei v.a. „All the small Things“ von Blink 182 ein echter Kultsong wurde.

In den 90ern kam in Deutschland auch eine neue Industrial-Welle auf, die Neue Deutsche Härte, angeführt von Rammstein, Megaherz und Oomph!. V.a. Rammstein brachten mit „Herzeleid“ ein Kultalbum raus, und festigten ihre Position 2004 mit den Single-Hits „Mein Teil“ und „Amerika“. Nur Rammstein und Oomph! Überlebten die 90er und können auf ein erfolgreiches neues Jahrtausend zurückblicken.


XII. Nu Metal
Ende der 90er rückte eine neue Form des Crossovers immer mehr in den Mittelpunkt: der sogenannte Nu Metal. Begründer dieses Stiles waren Korn, eine Band rund um Sänger Jonathan Davis, und Rage against the Machine, die Crossover Band neben den Chili Peppers schlechthin. Zu Korn und Rage against the Machine gesellten sich die Deftones, Limp Bizkit und Coal Chamber. Linkin Park und P.O.D., aber auch Papa Roach brachten diesem Stil beachtliche Plattenverkäufe ein.

Mit dem Aufstieg der Band Creed erlebte auch der Grunge ein Revival, unterstützt auch durch Bands wie Nickelback, Staind, Puddle of Mud und Hoobastank. Creed verkauften ihr zweites Album „human Clay“ alleine in den USA über 10 Millionen mal, während Nickelback mit „How you remind me“ eine absolute Rock-Hymne schrieben. Die wichtigste moderne Grunge-Ballade ist wohl Here without you“ von 3 Doors Down.

Slipknot und System of a Down zeigten zu Beginn des neuen Jahrtausends, dass Nu Metal auch sehr hart und anspruchsvoll sein kann, gerade auf dem aktuellen Slipknot Werk „The subliminal Verses: Vol. 3“.


XIII. Der klassische Metal heute
Die USA haben ihren Posten als Hauptmarkt des Metals mit dem Ende der Pop Metal Ära verloren, aber Europa und Japan sind weiterhin starke Märkte.

Neue Bands, die klassischen Metal spielen, kommen zu Hauf auf den Markt. Rhapsody zum Beispiel, eine bombastische Band aus Italien, sind hier zu nennen. Oder auch die Power Metler von Angra aus Brasilien. Ebenso die Finnen Stratovarius und Sonata Arctica mit ihrem Melodic Metal. Auch die Deutschen Gamma Ray und Edguy sind hier zu nennen, wie auch Kamelot.

Endlich erfolgreich wurden Iced Earth und Blind Guardian, die unzählige Klassiker auf den Markt brachten, gerade das aktuelle Iced Earth Album „The glorious Burden“ verdient hier Erwähnung.

Ebenso die Metal-Opern Avantasia (in zwei Teilen) des Edguy-Sängers Tobias Sammet, zwei moderne Metal-Meisterwerke; hier haben wir es wohl mit zwei zeitlosen Klassikern des Melodic Metal zu tun.

Opeth zeigen einen neuen Weg für harten, progressiven Metal. Noch extremer sind die Mathcore Jungs von The Dillinger Escape Plan.

Iron Maiden kehrten mit „Brave new World“ auf die Metal-Bühne zurück, während Metallica’s Rückkehr „St. Anger“ wohl ein legendärer Flop werden dürfte.

Der Power Metal gewinnt durch progressive Bands wie Nevermore an Bedeutung.

Grunge ist noch lange nicht tot, denn die Creed-Nachfolger Alter Bridge sind besser als alles was dieser Bereich je zu bieten hatte! Dazu sind Hoobastank und 3 Doors Down auf dem kommerziellen Vormarsch, und Nickelback haben sich längst den Thron im modernen Grunge gesichert.

Der melodische Death Metal von Bands wie In Flames, Soilwork, Dark Tranquility und The Haunted erobert junge Generationen von Metlern, während andere auf Black Metal wie Dimmu Borgir und Cradle of Filth stehen.

Der Viking Metal strömt mit Ensiferum, Wintersun, Finntroll und Moonsorrow langsam an die Oberfläche der Metal-Szene.

Und dann gibt es da noch den Hard Rock: The Darkness sind da! Die Rettung für den Hard Rock! Zusätzlich kehren Judas Priest, Europe und die Scorpions zurück mit starken Hard Rock Scheiben. Die Wurzeln werden nicht vergessen, der Film „School of Rock“ sei als Beispiel genannt.

Ach ja: Die Zukunft des harten Metals heißt wohl Metalcore: Killswitch Engage, Heaven shall burn, Unearth, Shadows Fall, Cataract, Caliban, Coheed and Cambria, As I lay dying, Maroon und v.a. Hatebreed heißt der extreme Metal der Zukunft.

Wie es weitergeht wird sich zeigen. Zumindest werde ich versuchen, diesen Text alle paar Monate zu aktualisieren...



Jonathan Walzer, letzte Änderung 19.02.2005



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